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| HOPOS 2000 RESOLUTION DER VERANSTALTER VON HOPOS 2000, (3rd INTERNATIONAL HISTORY OF PHILOSOPHY OF SCIENCE CONFERENCE) ZUR POLITISCHEN SITUATION IN ÖSTERREICH |
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Aus Anlass der jüngsten politischen Veränderungen in Österreich, speziell der Bildung einer neuen Bundesregierung, erklären die unterzeichneten Veranstalter von HOPOS 2000: Wir sind voller Sorge über die durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ bedingten Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft in Österreich und im Ausland, besonders über die Folgen für die Forschung und Lehre an den österreichischen Universitäten, die für Offenheit, Internationalität, Toleranz, und für eine rationale Diskussion gesellschaftlicher Konflikte und politischer Alternativen stehen. Wir wissen uns in dieser Sorge einig mit den Rektoren der österreichischen Universitäten, die in einer gemeinsamen Erklärung vom 1. Februar 2000 eindringlich vor der drohenden internationalen Isolierung Österreichs gewarnt und betont haben, dass „die europäische und internationale Zusammenarbeit von grundlegender Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und das Ansehen von Wissenschaft und Kunst, Lehre und Forschung" ist. Dementsprechend hat die Universität Wien ein eigenes „Plädoyer für Vertrauen, Toleranz und Dialog" im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Situation in Österreich veröffentlicht. (http://www.univie.ac.at/plaedoyer.html). Das INSTITUT WIENER KREIS, 1991 mit dem Ziel gegründet, in der Tradition des Wiener Kreises die wissenschaftliche Philosophie und Weltauffassung zu pflegen und weiterzuführen, fühlt sich verpflichtet, auf die außerordentliche Gefahr von Intoleranz und der Einschränkung von kultureller Freiheit hinzuweisen: Das Schicksal des Wiener Kreises und seiner Anhänger ist ein Lehrbeispiel dafür, wie unter totalitären politischen Umständen der Großteil einer Wissenschaftsgemeinschaft vertrieben und vernichtet werden kann. Schon einmal in den 1930er Jahren führte der aufkommende Faschismus und Nationalsozialismus zu Massenemigration und Massenvernichtung, speziell zur Diaspora der Mitglieder und Anhänger des Wiener Kreises/Logischen Empirismus, sowie zu einem Kahlschlag des intellektuellen Lebens in Österreich. Jetzt, wo nach langer Zeit die Internationalisierung der österreichischen Wissenschaft mühsam wieder hergestellt worden ist, darf die politische Entwicklung nicht noch einmal zu Nationalismus, Rassismus und einer geistigen Isolierung führen. HOPOS - die Arbeitsgruppe für Geschichte der Wissenschaftsphilosophie - wurde im Jahre 1992 gegründet, um die Forschung zur Geschichte der philosophischen Reflexion über Wissenschaft zu fördern. Die HOPOS 2000 Konferenz ist die dritte internationale Tagung ihrer Art und die erste auf europäischem Boden. Die HOPOS Leitungs- und Programmkomitees haben sich strikt dem Prinzip verpflichtet, daß philosophische und wissenschaftliche Arbeit jede politische Richtung verneint, die auf Intoleranz basiert. Aus diesen Gründen, und im Geiste internationaler Kooperation, haben die unterzeichneten Veranstalter von HOPOS 2000 beschlossen, Wien als Veranstaltungsort beizubehalten. Die Konferenz wird im Zeichen von Otto Neuraths internationaler „Gelehrtenrepublik" veranstaltet, um das „andere" - demokratische und weltoffene - Österreich zu stärken. Wir beabsichtigen daher, die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung in Österreich aus der HOPOS-Perspektive in einer eigenen Sektion über den politischen und kulturellen Kontext der Wissenschaftsphilosophie des 20. Jahrhunderts zu thematisieren. In diesen Bemühungen wissen wir uns einig mit der UNIVERSITÄT WIEN, durch das ZÜF (vormals ZIIS) ein Mitveranstalter von HOPOS 2000. Sie hat sich in ihrem Leitbild selbst dazu verpflichtet, „das Verhältnis von Politik, Macht und Wissenschaft kritisch und selbstkritisch zu reflektieren, die demokratischen Prinzipien nach innen und außen zu vertreten, die Menschen- und Bürgerrechte weiterzuentwickeln und für ihre Verwirklichung einzutreten, nationale, religiöse und kulturelle Barrieren abzubauen und für die Verständigung von Kulturen, Nationen und Religionen einzutreten". In Übereinstimmung mit diesem Leitbild richten sich die Universität Wien und die Veranstalter von HOPOS 2000 konsequent gegen jede Diskriminierung aufgrund von Abstammung, Geschlecht und Religion, sexueller Orientierung, Minderheitenstatus, unterschiedlichen physischen oder geistigen Fähigkeiten - nicht nur in Österreich, sondern überall in der Welt..
Michael Heidelberger/Friedrich Stadler (Program Chairs of HOPOS 2000), Wien/Berlin, 12. März 2000, im Namen von: Institut Wiener Kreis, Universität Wien/Zentrum für Überfakultäre Forschung (ZÜF), HOPOS Steering Committee, HOPOS 2000 Program Committee. Konferenz Website: http://ivc.philo.at und die HOPOS Website: http://scistud.ch.umkc.edu/hopos/ |
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